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Goethe
 Blattrollwespe
Autor: Rahel (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   2.05.10 09:30

Hallo!

Ich habe bereits jetzt einen massiven Befall an den Rosen im Garten feststellen müssen.
Alle möglichen Rosensorten sind betroffen, vor allem die Wildrosen (!).
Um die grossen und starken Pflanzen mache ich mir eigentlich weniger Sorgen, aber ich habe auch ein paar neue Sorten im Herbst gepflanzt. Wenn ich da anfange, die befallenen Blätter zu entfernen, bleibt fast kein Blatt an der Pflanze und ich habe Angst, dass sie das nicht überleben.

Ist es zwingend notwendig, alle befallenen Blätter abzuschneiden?
Wie kann ich für's nächste Jahr vorsorgen?
Gibt es ein Präparat, das hilft?

Grüsse, Rahel

 Re: Blattrollwespe
Autor: paradiesvogel (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   5.05.10 14:30

Huhu,
gerade Wildrosen können m.W. selbst als Jungpflanzen eine einigermaßen radikale Kur verkraften. Blattverlust ist ein Schutzmechanismus, den die Pflanze im Fall von z.B. Sternrußtau selbst einsetzt - die Pflanze wird das überleben, nur die Blüte wird womöglich sehr reduziert sein. Aber wenn es Wildrosen sind, blühen sie eh erst nächstes Jahr, weil sie am alten Holz blühen...
Also ich würde mal 2 Drittel bis 3 Viertel der Blätter entfernen und den Rest gewähren lassen, weil ja auch die Wespen nicht so wertlos im Ökosystem sind. So sollten Pflanzen und Wespenbestand zurecht kommen und je stärker die Pflanzen mit der Zeit von selbst werden, desto weniger wird sich ein solcher Massenbefall wiederholen. Und einzelne Blattrollwespen sind nun gar kein Problem. Nur Mut.

Viele Grüße, C.

PS: Im ersten Jahr nach der Pflanzung hatte ich an meinen Rosen auch ein ziemliches Fraßaufkommen: vor allem Blütenstecher, Raupen und Läuse. Ich hoffe aber drauf, dass sich je älter die Pflanzen werden desto stärker ein Gleichgewicht mit den Hungrigen einstellen wird. In diesem Jahr habe ich die ersten Läuse per Hand entfernt und auch schon einzelne Raupen gesichtet: da werden sich hoffentlich Meisen und Rotschwänze zunehmend und ausreichend drum kümmern...

 Re: Blattrollwespe
Autor: Rahel (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   5.05.10 20:59

Danke, Paradiesvogel, das macht mir Mut.
Mir war es wichtig zu wissen, ob in diesem Fall dringend Handlungsbedarf da ist oder ob man "abwarten und Tee trinken" kann, ohne dass die Pflanzen einen allzu grossen Schaden nehmen.
In der einschlägigen Literatur wird halt stets geschrieben, dass man unbedingt alle gerollten Blätter abschneiden und verbrennen muss, da sich der Befall sonst ggf. im nächsten Jahr massiv ausdehnt.
Übrigens sind nicht alle Jungpflanzen Wildrosen, es sind auch ein paar alte Sorten dabei, so zB Gallica officinalis, Felicite Parmentier, Tuscany, Charles de Mills, Mme Hardy, Ghislaine de Feligonde und Maidens Blush.
Gruss, Rahel

 Re: Blattrollwespe
Autor: paradiesvogel (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   7.05.10 12:17

Hallo Rahel,
wenn es ein Massenbefall ist, besteht wahrscheinlich Handlungsbedarf (aber eben keine Panik) - so dass man den Pflanzen ruhig etwas Erleichterung schaffen sollte. Wie gesagt, ich würde den größten Teil der Blätter entfernen und dann abwarten.
Für die alten Sorten (da hast Du Dir ja ein paar richtige Schätze angeschafft!) gilt ja meist das gleiche wie bei den Wildrosen: sie blühen nur einmal und das am alten Holz. Deshalb auch bei jeglichem Rückschnitt darauf achten, dass man nicht die Blüte des kommenden Jahres mit entsorgt...

Tuscany wollte ich auch, ich habe aber Tuscany superior erhalten. Letztes Jahr hat die auch super gblüht. Mittlerweile weiss ich von R. Witt (aus dem neuen Rosenbuch), dass genau dieser Ableger im ggs. zur Original-Tuscany leider komplett unfruchtbar ist. Blüht, duftet, aber keine Pollen, keine Hagebutten. Ich weiß noch nicht, was ich da mache...

Grüße und viel Spaß noch, C.

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