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Goethe
 Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: Klaus (---.dip0.t-ipconnect.de)
Datum:   24.06.10 14:05

Hallo zusammen, bin vor einigen Jahren in mein altes Elternhaus eingezogen. Früher (20-30 Jahre) gab es dort Schmetterlinge ohne ende an der Weinraute legte der Schwalbenschwanz regelmäßig seine Eier ab. Die Bepflanzung war zwar damals mit geeigneten Futterpflanzen eher mager aber trotzdem flatterten sehr viele Falter herum.
Seitdem ich nun dort lebe, habe ich den Garten total umgekrempelt habe einen Naturteich angelegt diverse Futterpflanzen und Wildblumen gesät umverschiedenen Tieren einen neuen Lebensraum zu bieten.
Der Garten ist nun sehr artenreich unzählige Wildbienen und Hummeln Summen herum im Teich schreien die Frösche um die wette eigentlich die Perfekte Idylle. Nur leider fehlen die Schmetterlinge ab und zu sehe ich mal einen Kohlweißling und noch seltener einen Fuchs oder Admiral aber wirklich äußerst selten.
Bin mit meinem Latein am Ende weiß nicht was ich noch tun soll scheinbar gibt es hier keine Schmetterlinge mehr.

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: Rahel (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   26.06.10 10:05

Wie haben sich denn Landschaft und Gärten im Umkreis entwickelt???
Es gibt spezielle Schmetterlings-Stauden-Pakete bei einigen Gärtnereien im Netz. Und ich würde irgendwo in der Sonne eine Nesselecke einplanen.
Gruss, Rahel

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: Klaus (---.dip0.t-ipconnect.de)
Datum:   26.06.10 11:47

Hallo Rahel, vielen dank für deine Antwort!
Hinter meinen Garten etwa 10 bis 15 Meter entfernt erstreckt sich ein alter ausgetrockneter Bachlauf dort gibt Brennnesseln in Überfluss. (Schattig, halbschattig, sonnig)
Im Garten steht eine große Anzahl an Sogenannten Schmetterlings Magneten wie z.b Die Skabiosen Flockenblume, Wiesen Flockenblume, Dost, Kaukasus-Gamander, Schmetterlingsflieder, Thymian, Lavendel, Karthäuser Nelken, verschiedene Minzen und vieles mehr.
Die Landschaft hat sich in laufe der Jahrzehnte nicht großartig verändert um den Ort erstreckte sich schon immer eine Artenarme Agra wüste mit Gras & Brennnessel säumen rings herum.
Erwachte ja nicht das sich hier äußerst seltene Schmetterlings Raritäten ansiedeln, würde mich schon über die sogenannten Allerweltsarten tierisch freuen.
Wäre für weitere Tipps, wie ich die Falter wieder in meinen Garten locken könnte sehr dankbar!!

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: paradiesvogel (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   28.06.10 11:51

Ich erinnere mich leider nicht mehr, wo das war, aber sinngemäß habe ich in diesem Jahm mal gelesen, dass eine Ansiedlung von Schmetterlingen so mit zum Kompliziertesten überhaupt gehört, auf Gartenebene überhaupt nicht möglich sei. Der nach meinem Eindruck sehr kundige Autor kritisierte, dass die allgemein verfügbaren Informationen eher von Gärtner zu Gärtner weitergegeben würden, aber nicht von entsprechend wissenden Zoologen bestätigt seien. Sein Fazit war, dass man zwar als Gärtner ein paar Futterpflanzen ansiedeln kann, dies sei auch zu begrüßen, dass Schmetterlinge aber ein weitaus größeres Terrain benötigten, als ein paar Gärten darstellen können. Die Futterpflanzen locken dann mit etwas Glück durchziehende Arten an, bieten aber im Normalfall kein "zu hause" für Schmetterlinge - dies wie gesagt sei zu kompliziert. nAusdrücklich wurde der "Mythos con den Brennesseln" kritisiert...

Falls er recht hat, kannst Du an der Stelle nix weiter beeinflussen, sondern musst einfach hoffen, dass irgendwo in der Umgebung Schmetterlinge auftauchen, die dann auch mal zu Dir rüber-schwappen!

Grüße, C.

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: klaus (---.dip0.t-ipconnect.de)
Datum:   29.06.10 19:37

Hallo paradiesvogel, vielen dank für deine sehr interessante Antwort!
Wahrscheinlich hat der Autor recht ein einzelner Garten kann kein zerstörtes Ökosystem ersetzen. Glaube so langsam auch dass kleine Brennesel bestände im Garten unnütz sind, da sie ja eh an jeder Ecke wachsen. In unserer Kulturlandschaft mangelt es eher an geeigneten Nektar quellen für die Falter.

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: paradiesvogel (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   30.06.10 08:45

Hallo Klaus,
also "unnütz" geht nach meiner Auffassung dann wieder zu weit. Man kann möglicherweise keine "eigene" Schmetterlingspopulation darauf gründen, aber wenn man sowohl Raupenfutterpflanzen (wie Brennesseln) als auch Pollenspender im Garten hat, dann verhungern wennigstens die verbleibenden Arten nicht bei unsereinem auf der Graswüste.
Meine Wahrnehmung ist, dass ein sogenannter Schmetterlingsfreundlicher Garten eben auch für Wildbienen, für Vögel, für Fledermäuse, für Reptilien etc. doch interessanter ist, dass für alles dies immer die gleichen oder ähnliche Tipps und Pflanzen genannt werden. Man darf nur vielleicht nicht zu viel von der eigenen kleinen Parzelle erwarten...
Viele Grüße und trotzdem viel Spaß (und vielleicht zeigen sich ja doch noch ein paar Schmetterlinge bei Dir), C.

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: klaus (---.dip0.t-ipconnect.de)
Datum:   30.06.10 17:59

Hallo paradiesvogel, ich möchte auf gar keinen Fall die Naturgarten Idee schlecht reden und ich bin auch nicht nur auf Schmetterlinge fixiert. :-)
Nur bei uns sind Brenneseln einer der häufigsten Pflanzen an jeden Wegrand wuchern dichte Bestände nur was bringt ein Überschuss an Raupenfütterpflanzen, wenn die Falter selbst verhungern deshalb finde ich es halt sinnvoller, anstatt den Brenneseln andere nützliche & schöne Gewächse zu pflanzen.

Viele Grüße
Klaus

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: Karla (---.superkabel.de)
Datum:   17.07.10 17:04

Hallo... ich hab da noch einen ganz anderen Ansatz. Vor 15 Jahren fing ich an, mich für unsere Singvögel zu interessieren, hab entsprechend bepflanzt und zum großen Glück auch einen sehr alten Baumbestand: Buchen, Kastanien, Ebereschen, Pfaffenhütchen
usw usf) hab dann reichlich Nistkästen aufgehängt und hmhm.. ich denke, all die Meisleins, Kleibers, Rotschwänze usw.
verfüttern all die Raupen an ihre Kleinen.. ergo: kaum noch erwachsene Schmetterlinge.

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: markus gastl (212.23.103.---)
Datum:   23.07.10 19:47

meine erfahrung zeigt je lueckiger die bepflanzung ist, desto eher werden von schmetterlingen eier abgelegt (gute erfahrungen mit schwalbenschwanz, malvendickkopf, feuerfalter, blaeulinge...). anderseits werden im garten vor lauter blumen die graeser vergessen, etliche tagfalterraupen ernaehren sich ausschlieslich von graesern. wichtig ist meiner ansicht auch, der richtige maehzeitpunkt einer blumenwiese. ochsenauge, brauner waldvogel und schachbrett legen ihre eier so ab anfang juli in hochgrasbestände, bis die raupen schluepfen vergehen sicher nochmal ein paar wochen und eine mahd vorher ist sicher nicht foerderlich.
beste gruesse markus

 Re: Schmetterlinge ausgestorben.
Autor: Frank (---.netcologne.de)
Datum:   30.07.10 17:25

Brennnesseln sind je nach Region ein sehr häufiges Kraut, in solchen fällen sollten sich dort ausreichend Raupen ernähren können. Dieses Jahr vermisse ich dennoch beispielsweise die bei mir sonst häufigen Tagpfauenaugen. Ich habe mich bereits gefragt ob der lange Winter oder die extreme Hitze der Entwicklung dieses Jahr geschadet haben?!

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