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Das Leben gehört dem Lebendigen an,
und wer lebt, muß auf Wechsel gefaßt sein.

Goethe
 Ameisen, Giersch
Autor: Beate (---.f.strato-dslnet.de)
Datum:   17.06.05 13:30

Wir haben ca. 800m² Garten mit einem alten Haus in einer kleinstädtischen Wohngegend . Überall rund um das Haus - hier gibt es leider viele fest verlegte, geschlossene Steine - haben wir Ameisen. Seit einiger Zeit auch im Haus. Aber jetzt bevölkern sie unseren 1 Jahr alten Kirschbaum, der vor Angst die Blätter einrollt. Es gibt viele alte Bäume auf dem Grundstück, eine Buche hat oft Blattläuse, auch der ums Haus wachsende Efeu hat die. Ich weiß, dass Ameisen das mögen - auch die Kirsche hat wahrscheinlich mit den Blattläusen die Ameisen angelockt. Es gibt bei uns ganz viele Vögel, der Garten ist kein Vorzeigegarten, sondern hat viel Wildwuchs. Ist etwas dagegen zu tun?
Weiß jemand, wie Unmengen von Giersch aus einer Wiese zu verbannen sind?

 Re: Ameisen, Giersch
Autor: Monika (---.dip0.t-ipconnect.de)
Datum:   23.06.05 15:18

Hallo!
Eventuell hilft es dem Kirschbaum, den Stamm und den Baumpfahl mit Lappen zu umwickeln, die Du mit konzentriertem Wermut-Tee getränkt hast (das soll die Ameisen davon abhalten, erneut am Stamm hochzuklettern). Danach kannst Du die Krone mit dem Wasserschlauch abspritzen und so die Ameisen und einen großen Teil der Blattläuse entfernen.
Viel Erfolg!
Monika

 Trag´s mit Fassung: Giersch ist unsterblich!
Autor: Werner David (---.d.pppool.de)
Datum:   26.06.05 20:04

Liebe Beate,

es liegt mir völlig fern dich frustrieren zu wollen, aber das folgende Lied sollte dir eine grobe Einschätzung deiner Chancen bei der Gierschbekämpfung geben. Viel Glück!! Du kannst den Text übrigens gerne weiter geben.

Werner


GIERSCH, GO HOME!
(Melodie nach „Doch die Katz kam wieder …“ von Heinz Janisch.)


Ja, ich bin ein Gartenfreund
und verehre die Natur,
Selbst die Spinne, die da streunt
und der Schnirkelschnecken Spur.
Und doch bin ic im Krieg, mit Hacke, Gift und Pflug
Ich kämpfe bis zum Sieg und bis zum letzten Atemzug.

Doch der Giersch kam wieder, ganz plötzlich war er da,
Der Giersch kam wieder, im Rudel sogar.
Es wuchert kreuz und quer, sein Grün so saftig-glatt
Und fällt´s auch noch so schwer – dieses Luder mach ich platt!

Jeder Giersch hat lange Triebe,
bis nach China und zurück.
Ihnen gilt nicht meine Liebe,
grimmig jag ich Stück für Stück
Wie mürbes Knäckebrot bricht fast ein jeder Strang,
jetzt seh´ ich langsam rot und in die Zukunft blick ich bang.

Doch der Giersch kam wieder ...

Rasen von der Meterrolle
ist der erste Streich im Lenz.
Er erstickt, das ist das Tolle,
gnadenlos die Konkurrenz.
Ich schufte wie ein Pferd, mit mäßigem Geschick,
egal, das ist es wert, das Werk ist 15 Lagen dick!

Doch der Giersch kam wieder …

Lieber Giersch, bald schiebst du Trauer,
ich entzieh´ dir meine Gunst.
Und aus tiefstem Herzen sauer
greife ich zur Feuersbrunst
Im grellen Feuerschein der Bösewicht verglüht.
Das find ich nicht gemein, weil es ihm schließlich recht geschieht!

Doch der Giersch kam wieder …

Ha, mein Freund, das wirst du büßen,
denn jetzt brauche ich Gewalt.
Und ich heize deinen Füßen
ein mit kochendem Asphalt.
Laut blubbernd stinkt der Teer, der Nachbar blickt entsetzt,
das Opfer es ist schwer, jedoch ich lache nun zuletzt!


Doch der Giersch kam wieder …

Ich vergeh vor Höllenqualen,
Schweinehund nimm deinen Lohn!
Jetzt greif´ ich zu Röntgenstrahlen
und drei Meter Stahlbeton.
Ein Fässchen Herbizid, Blausäure und Uran,
Benzin und Splitterbomben, gegen mich kommst du nicht an!

Doch der Giersch kam wieder …

Endlich herrscht nun tiefer Frieden,
Ja, ich habe es gepackt!
Denn ich bin ganz sanft verschieden,
sei gepriesen Herzinfarkt.
Der mörderische Kampf hält nicht mehr mich auf Trab
Doch Halt! Oh, bitte nicht! Was drängt sich da aus meinem Grab …?

Ja, der Giersch kam zu mir, ich glaub ich bin gerührt
Trotz gnadenloser Schlachten hat sein Weg zu mir geführt.
Mit weißer Doldenpracht, er meinen Hügel ziert
In meinem nächsten Leben darf er wachsen ungeniert!



Copyright ©
Werner David
85435 Erding, 2005
Website: www.bauches-lust.de (Guckst du – lachst du!)

Oohl reits risöörfd

 Re: Trag´s mit Fassung: Giersch ist unsterblich!
Autor: Christine (---.dip.t-dialin.net)
Datum:   28.06.05 11:13

Hallo, Beate! Mit Giersch im Garten kann man leben, wenn nicht den Anspruch erhebt, ihn vollständig ausrotten zu wollen. In der Wiese: Kurzhalten, mähen, mähen, mähen. Nach und nach werden , je nach Stanort , Gänseblümchen , Klee etc sich einstellen. In Beetflächen: Wegzupfen, immer wieder. Das schwächt den bestand erheblich. Das aufschichten von Mulch bringt nach meiner Erfahrung nicht so viel(siehe das obige Lied) , aber , wenn man Flächen relativ sauber haben will, lohnt es , sie erst kurz zu mähen, und dann schwarze Mulchfolie aufzulegen, den Rest des Sommers, und dann nächsten Winter noch, bis etwa in den Mai. Danach hast Du eine Fläche, die recht \\\"schier \\\" ist. Wenn Du sie dann bepflanzt( für Wildstaudenbeete am besten mit vorgezogenen Pflanzen), und mit dem Ausjäten aller nicht gewünschten Arten dranbleibst, dann kriegst Du ein ganz passables Beet.
Übrigens kombiniere ich die Blüten von Giersch im Strauß mit ein paar Bartnelkenblüten - sehr hübsch in der Vase.
Giersch galt früher als Mittel gegen Rheuma, und es gibt Leute, die die jungen Blätter auch zu Gemüse verarbeiten... Gruß, Christine

 Re: Ameisen Giersch
Autor: Beate (---.f.strato-dslnet.de)
Datum:   30.06.05 20:38

Vielen Dank für die Ratschläge. Ich bin eigentlich keine Kämpfernatur und würde den Giersch und die Ameisen gern gewähren lassen, aber es gibt auch viele andere nette Pflanzen und Tierchen, die auch leben wollen...

Deshalb werde ich nicht aufgeben. Viele Grüße

 Re: Ameisen Giersch
Autor: Susanne (---.hannover-stadt.de)
Datum:   25.08.05 18:15

Hallo Beate,
ich habe gerade dieses Forum entdeckt und zum Giersch kann ich berichten, dass ich meinen Garten in zwei Jahren gierschfrei bekommen habe. Allerdings hatte ich gute Voraussetzungen, weil wir hier Sandboden haben, aus dem man lange Wurzelstränge frei bekommt, in Lehm hat man wohl wirklich kaum eine Chance. Außerdem war der von uns übernommene Garten der Ausgangspunkt des Giersches, aus den Nachbargärten wandert er also nicht immer wieder neu rein.
Wir hatten auch einen alten Garten übernommen und standen vor der Frage, ob wir den Kampf einmal richtig aufnehmen oder uns viele Jahre quälen. Wir haben dann in einer Gewaltaktion alle Beete mit der Grabgabel durchgearbeitet und wirklich jeden Wurzelstrang rausgeholt (Prinzip: wenns knackt, ist noch was drin). Stauden haben wir aus dem Beet gehoben und die Wurzeln durchgekramt, so waren z.B. bei Pfingstrosen die Gierschwurzeln spiralförmig um die verdickten Wurzelteile gewickelt. Die hätte man nur mit rauszupfen nie ganz erwischt. Das ca. 1m breite Stück Rasen, das der Giersch von den Beeten ausgehend erobert hatte, haben wir komplett abgeschält und dann neu eingesät. Wir haben am Ende ca. 2 Kubikmeter Gierschwurzeln und -grün gehabt. Im nächsten Jahr kamen noch ein paar Pflänzchen, bei denen wir dann sofort mit den Schäufelchen vorsichtig hinterher gegangen sind und alles rausgeholt haben. Nun leben wir schon 4 wunderbare, gierschfreie Jahre in unserem Garten. Es war eine elende Plackerei, aber ich würde es wieder machen, es hat sich gelohnt. Die Stauden, die dem Würgegriff entronnen sind, haben sich wunderbar erholt und blühen jetzt auch wieder prächtig.

Zu den Ameisen und dem Kirschbaum denke ich, dass nicht die Blattläuse die Ameisen anlocken sondern wahrscheinlich eher die Ameisen die Blattläuse dort auf die Weide stellen. Mit Wasser abspritzen ist ein gute Methode.

Grüße von Susanne

 Re: Ameisen Giersch
Autor: Beate Dordowsky (---.f.strato-dslnet.de)
Datum:   3.09.05 21:50

Hallo Susanne,

vielen Dank für die Anregungen. Wir sind noch weit entfernt von Giersch-Freiheit. Aber ich nehme das auch nicht so ernst, aber wir erwägen die Ausdehnung einer kleinen Wildblumenwiese auf eine größere Fläche. Dann werden wir auch mit unnachgiebiger Härte gegen dieses Kraut vorgehen. Leider haben wir lehmigen Boden, außerdem ist er an einigen Stellen stark durchwurzelt von alten Fliederbüschen. Aber wir werden es versuchen...

Viele Grüße aus dem Norden von Beate

 Re: Ameisen Giersch
Autor: Klein M (---.proxy.aol.com)
Datum:   27.08.08 23:39

Ich habe die selben Erfahrungen gemacht, wie in den vorhergehenden Beiträgen geschildert. Ich habe es zusätzlich versucht mit dem Herbizid "Giersch-Frei" von Bayer. Das wirkt zwar recht gut, ist aber in seiner Anwendung sehr mühselig, da man jede Pflanze mit der Lösung mittels mitgeliefertem Pinsel von Hand bestreichen muß. Bei größerer Fläche ist das ein sehr mühevolles Unterfangen. Ein Versprühen der Lösung ist schon aus dem Grund nicht sinnvoll, weil dadurch alle anderen Pflanzen auch absterben und weil das Mittel sehr teuer ist. 25 ml kosten ca. 12 Euro (wird mit 75 ml Wasser verdünnt). Für einen kleinen Garten mit z.B. 40 Quadratmeter müßte man demzufolge eine dreistellige Summe aufwenden.
Ich habe in meinem Garten festgestellt, daß Schnecken gerne Giersch fressen. Also dahingehend können diese Gartenschädlinge auch durchaus nützlich sein. Man könnte gegen den Giersch doch nun zusätzlich möglichst viele Schnecken anlocken und künftig nur solche Kulturpflanzen pflanzen, welche von Schnecken verschmäht werden.

 Re: Ameisen Giersch
Autor: Frauke (---.adsl.hansenet.de)
Datum:   15.04.10 16:58

Hallo, ich bin ebenfalls Giersch-Geschädigte. Seit Jahrenkämpfe ich dagegen an, ohne Erfolg. Die einzige Art , wenigstens stellenweise ein Beet davon zu befreien, ist die Pflanze Storchschnabel, ein recht schnell wachsender und hübsch blühender Bodendecker. Es gibt viele Arten, und eigentlich hilft nur die weiß-rosa blühende Sorte. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es die Sorten sein müssen, die vom Blatt her s t i n k e n. Die anderen helfen nicht. Versucht es mal, der Giersch hat kaum eine Chance und der Storchschnabel ist bei mir wie eine Grenze! Viel Erfolg Frauke

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